AUCTEQ Biosystems gewinnt den Existenzgründungspreis MEXI

„Wirtschaftsfaktor Nachhaltigkeit“ – so lautete das Motto des diesjährigen Mannheimer Wirtschaftsforums, das am 21. November im CinemaXX Mannheim stattfand. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz eröffnete die Veranstaltung und gab Einblicke in Wirtschaftsthemen, die Mannheim heute und in Zukunft bewegen. Einer der Höhepunkte des Abends war die Verleihung des Existenzgründungspreises MEXI an die beiden Mannheimer Valentin Kramer mit seinem Start-up „AUCTEQ Biosystems“ und Dr. Simone Burel mit „LU-Kommunikation“. Zudem wurde das neue Wirtschaftsmagazin „Mannheim – Stadt im Quadrat“ vorgestellt und der Preis der Stiftung der Mannheimer Wirtschaft verliehen.

„Im globalen Wettbewerb sind zukunftsfähige Städte nachhaltige Städte. Nachhaltiges Wirtschaften war auch ein zentrales Thema in unserem Leitbildprozess ,Mannheim 2030ʻ, bei dem wir unsere strategischen Ziele aktualisieren und mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zusammenführen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Kurz und fügt hinzu: „Im Rahmen dessen haben wir mit Unternehmen und Bürgerschaft über nachhaltiges Verhalten von Unternehmen in den Bereichen Beschaffung und Corporate Social Responsibility sowie Möglichkeiten von ökologisch oder sozialen Start-ups diskutiert.“

Beispiele nachhaltiger Geschäftsideen präsentierten die beiden Gewinner des Existenzgründungspreises MEXI. Der Biotechnologe Valentin Kramer und die Sprachwissenschaftlerin Dr. Simone Burel überzeugten die Jury und erhalten hierfür ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro sowie die Preisskulptur MEXI. „Ich bin immer wieder beeindruckt vom Mut, von der Ausdauer und Willensstärke der Mannheimer Gründerinnen und Gründer. Der MEXI soll hierfür eine Anerkennung sein und gleichzeitig andere ermutigen. Denn Gründungen leisten einen Beitrag zum Strukturwandel, sie beschleunigen den Schritt hin zur Dienstleistungsgesellschaft und helfen damit, unseren Wirtschaftsstandort zukunftssicher aufzustellen“, sagte Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch, der die Auszeichnung überreichte.

Mit den Preisträgern freuen sich das Gesundheitsunternehmen Roche und die Sparkasse Rhein Neckar Nord. Sie sind die Premiumpartner und Sponsoren des MEXI in den Kategorien „Technologie“ und „Dienstleistungen“. Dr. Ursula Redeker, Sprecherin der Geschäftsleitung bei Roche, lobt die innovative Idee von Valentin Kramer, der einen mitwachsenden Einweg-Bioreaktor entwickelte: „Ich bin sicher, unser Standort Penzberg, der zu den größten Biotechnologiezentren Europas gehört, wird sich für die Erfindung aus dem Hause AUCTEQ sehr interessieren.“ Helmut Augustin, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein Neckar Nord und Jurymitglied, zeigt sich nach der Jurysitzung begeistert vom neuartigen Ansatz von LU-Kommunikation: „Ich bin der Meinung, dass LU einen Beratungsansatz anbietet, der die aktuelle Entwicklung trifft und bedient. Denn auch wir bei der Sparkasse wissen, dass nicht nur das ,obʻ, sondern auch das ,wieʻ in der Kommunikation entscheidend ist.“

Der MEXI wird seit 2005 verliehen und ist wichtiger Teil der Gründungsförderungsaktivitäten des Fachbereichs für Wirtschafts- und Strukturförderung. Dank der Sponsoren ist es mit 10.000 Euro der am höchsten dotierte regionale Preis für Start-ups in Deutschland. Die Preisskulptur wird von der Grunert Medien und Kommunikation GmbH und der Wirtschaftsförderung gestiftet.

Auch die Gewinner des Preises der Stiftung der Mannheimer Wirtschaft konnten sich über eine Auszeichnung freuen. In diesem Jahr waren das die Mannheimer Philharmoniker e.V., die BIOTOPIA Arbeitsförderungsbetriebe Mannheim gGmbH und das Interkulturelle Bildungszentrum Mannheim gGmbH. Mit dem Preis würdigt die Stiftung das herausragende Engagement von Akteuren, die Menschen auf ihrem Weg in die Berufswelt und das öffentliche Leben unterstützen und die Wirtschaft der Stadt so nachhaltig stärken.

Die Preisträger und ihre Geschäftsideen

AUCTEQ Biosystems: Entwicklung eines mitwachsenden Bioreaktors Mit einem Einweg-Bioreaktor will Valentin Kramer die Züchtung von Zellkulturen zur Herstellung von therapeutischen Proteinen vereinfachen und umweltfreundlicher gestalten. Derzeit werden drei bis acht unterschiedliche Gefäße benötigt, bis die Zellkultur ein Volumen von etwa 20 Litern erreicht. Eingesetzt werden dabei einzelne Behälter, die nach Gebrauch entsorgt oder aufwändig gereinigt werden müssen. Kramer entwickelte einen mitwachsenden Einweg-Bioreaktor mit einer extrem flexiblen Reaktorwand. Im Mai 2017 meldete er ein deutsches Patent an, gründete im Herbst 2018 die AUCTEQ Biosystems und plant Ende 2019 / Anfang 2020 den Start der Serienfertigung. Kramer ist überzeugt, dass mit dem neu entwickelten System mindestens 30 Prozent der Kosten eingespart werden können.

LU-Kommunikation: Mit dem richtigen Einsatz der Sprache zum Unternehmenserfolg „Ein Unternehmen wirtschaftet nicht nur mit Gütern oder Dienstleistungen, sondern auch mit Sprache“, weiß Dr. Simone Burel. Mit der Gründung der ersten offiziellen linguistischen Unternehmensberatung LU im Jahr 2015 setzt sie ihr theoretisches Wissen in die Praxis um. Wie wichtig Kommunikation für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens sein kann, verdeutlicht Burel an einem Beispiel: In Stellenbeschreibungen wird beispielsweise häufig eine eher männliche Sprache genutzt, die Frauen tendenziell abschreckt. Mithilfe von klassischer linguistischer Analyse und moderner Big-Data-Technologie wertet LU Texte systematisch aus und entwickelt Kommunikationsstrategien für Unternehmen.

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