Smokless überzeugt beim “Cashwalk”

Künstliche Intelligenz in der Wäscherei, Überwachung für Nikotinsüchtige und Sensoren für die Landwirtschaft: Beim “Cashwalk” präsentieren Unternehmen ihre Ideen und hoffen auf Geld.

Von Pia Ratzesberger (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/cashwalk-start-ups-investor-1.4368844)

Es bleiben nur drei Minuten Zeit. Dann müssen die Investorinnen und Investoren von der Idee überzeugt sein. Im Senatssaal der Ludwig-Maximilians-Universität tritt ein junger Unternehmer nach dem anderen auf die Bühne – und in diesem Fall passt das Wort “Unternehmer” tatsächlich ganz gut: Meistens sind es Männer, die ihre Firmen vorstellen. Das Entrepreneurship Center der Universität hat zum sogenannten Cashwalk geladen, 50 Start-ups haben an diesem Dienstagabend die Gelegenheit, um neues Geld zu werben. Am Ende werden sechs Gewinner gekürt, wobei die erst einmal eine Urkunde bekommen und noch keinen Scheck. Drei Ideen zeigen, wie die Gewinner die Wirtschaft verändern wollen:

Hilfe für Raucher

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, um dem Rauchen abzuschwören, Pflaster oder Kaubonbons zum Beispiel. Doch Daniel Kilger will nicht nur die körperliche Abhängigkeit von Nikotin angehen, sondern auch die mentale – und setzt dafür auf den Druck durch Familie und Freunde. Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen von “Smokeless” eine App entwickelt, mit der man spielerisch die Sucht nach der Zigarette beherrschen lernen soll. Der Sohn zum Beispiel kann überwachen, wann der Vater doch wieder geraucht hat und Herzchen schicken, wenn er standhaft geblieben ist. Aber kann man nicht einfach heimlich rauchen, ohne die Zigarette in die App einzutragen? Daniel Kilger, 30, schüttelt den Kopf: “Kann man schon machen, aber wenn man sein Rauchverhalten verändert, werden wir das merken.” Sein Team hat auch ein “smartes Inhaliergerät” entwickelt, so nennt es Kilger. Das soll einen “vollautomatisch” und Stück für Stück vom Nikotin entwöhnen, das Gerät ist mit der App verbunden. Wenn man länger nicht inhaliert, sondern wieder Kippen raucht, merkt die App, dass irgendwas nicht stimmen kann. Die Münchner Firma will im Sommer damit an den Start gehen, die drei Unternehmer werden die App selbst nicht mehr nutzen müssen. Sie ziehen heute an keiner Zigarette mehr, auch wenn sie früher einmal alle geraucht haben.

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